Kurz notiert: Gestern erschien die neue Version 7.8 auf dem Desktop. Das dazu erschienene Statement ließ mich kurz aufhorchen. Die meisten anderen Browser-Hersteller versuchen derzeit verzweifelt, auf den allgegenwärtigen KI-Hypetrain aufzuspringen. Nicht so Vivaldi. Dieser soll weiterhin der ausgefeilt konfigurierbare Browser für den User bleiben. KI wird ignoriert („Vivaldi shows the middle finger.“).
Das Benutzerinterface von Vivaldi auf dem Desktop und Mobil.
Ich habe Vivaldi installiert und muss sagen: Es gefällt mir, was ich sehe, und dass es aus Europa kommt. Auch die mobile Version auf Android ist klasse und wird parallel entwickelt. Aber ob sich die Firma damit einen Gefallen tut, den KI-Trend komplett zu ignorieren? Nun, man wird sehen.
Was mir persönlich wirklich gefallen würde: Wenn man im mobilen Vivaldi Erweiterungen aus dem Chrome Webstore nutzen könnte. Microsoft Edge und Mozilla Firefox machen es ja vor. Für mich wäre das der Grund, endlich komplett zu switchen. Aber noch steht das auf meiner Wunschliste für künftige Versionen.
Ich weiß ja nicht, wie ihr es haltet, aber ich lese meine News, indem ich den RSS-Feed der zu lesenden Website anzapfe und in meinen Feed-Reader einspeise. Das finde ich sehr bequem, und bin nicht von Google und Konsorten abhängig. Bei denen kann man ja davon ausgehen, dass irgendwelche Tracker platziert werden, und ich nur den Inhalt eingespielt bekomme, der ihnen auch was bringt.
Damit meine abonnierten Feeds auch auf jedem Gerät identisch bleiben, habe ich mir als Anbieter Inoreader auserkoren. Hier reicht mir auch deren Gratis-Tarif. Und sollte ich mal keine Feed-Reader-App (Mac oder Android) zur Hand haben, reicht auch ein Webbrowser, denn Inoreader stellt die Feeds auch ganz nett im Browser dar.
Das Icon von NetNewsWire
Schöner wird’s allerdings, wenn man eine App dafür nutzt. Auf dem Mac gibt es dafür zwei Lösungen, die mir einfallen: Reeder und NetNewsWire. Da Reeder vor einer Weile zum Abo-Modell gewechselt ist, tendiere ich also zum kostenfreien NetNewsWire, das auch aktiv entwickelt wird. Es hat die Tage ein Update bekommen, und unterstützt jetzt auch das neue Liquid Glass Design von macOS Tahoe. Das sieht wirklich ganz nett aus, wie die Screenshots zeigen.
Mit NetNewsWire kann man natürlich auch lokal arbeiten, aber richtig spannend wird es, wenn man seinen Inoreader-Account in NetNewsWire einpflegt. So sind dann stets alle Instanzen auf dem gleichen Stand der Dinge, und man liest keinen Artikel mehr doppelt.
Neben Inoreader unterstützt NetNewsWire auch noch Feedly, FreshRSS (selbst gehostet) und The Old Reader. Und natürlich auch lokale Feeds.
Sehr bequem: Wenn man einen Artikel liest, clickt man auf den Reader Mode-Button, dann wird die Ansicht auf’s Wesentliche beschränkt und zeigt auch keine Werbung mehr.
Hast du wie ich auch ein Multi-Monitor-Setup vor dir stehen? Dann bist du sicher auch das ein oder andere Mal genervt davon, dass das Dock auf den zweiten Monitor springt, wenn du zufällig deinen Mauszeiger darauf stehen hast?
Das Icon von DockAnchor.
Hier könnte dir vielleicht die Open-Source-Software DockAnchor helfen, die du hier herunterladen kannst. Wenn du technisch etwas versierter bist, und Homebrew nutzt, kannst du es auch mit den folgenden beiden Terminal-Kommandos installieren:
brew tap bwya77/tap
brew install --cask dockanchor
DockAnchor hat in der relativ neuen Version 2.0 folgende Features:
Dock fixieren: Verhindert systemseitig, dass das Dock auf andere Monitore wechselt.
Profile: Verschiedene Monitor‑Profile anlegen und automatisch wechseln lassen.
Virtuelle Monitoransicht: Zeigt angeschlossene Displays visuell und in Echtzeit.
Automatisches Verschieben: Kann das Dock beim Start direkt auf den gewünschten Monitor setzen.
Start bei Login & Hintergrundbetrieb: Läuft unauffällig im Hintergrund.
Menüleisten‑Icon: Schneller Zugriff auf Status und Einstellungen.
Fallback‑Logik: Wenn der gewählte Monitor entfernt wird, fällt das Dock automatisch auf den Primärmonitor zurück.
Das Programm, das sich nach Installation in der Menüzeile einnistet, benötigt Zugriff auf die Bedienungshilfen, sonst funktioniert es nicht. Und natürlich benötigt es mehrere Monitore. Anderfalls würde es keinen Sinn machen. 😉
Ich bin gerade aktiv am testen, kann aber bereits sagen, dass es sich vielversprechend ausnimmt.
Zum Deinstallieren eines Programms unter macOS reicht es, das Programm-Icon aus dem Programme-Ordner einfach in den Papierkorb zu ziehen. So sagt es zumindest Apple. Verschwiegen wird dabei, dass viele Hilfsdateien wie Voreinstellungen oder Caches einfach auf der Festplatte verbleiben. Nach Jahren kommt da einiges an Datenmüll zusammen. Das muss nicht so sein, wenn man ein Open Source-Programm wie Pearcleaner benutzt.
Das Icon von Pearcleaner. Unverkennbar eine Birne.
Pearcleaner ist nicht alleine auf dem Markt. Einige seiner Konkurrenten, die unter anderem denselben Job erledigen (z.B. MacPaw’s CleanMyMac oder Nektony App Cleaner & Uninstaller) kosten auch Geld. Nur die Freeware AppCleaner von FreeMacSoft spielt in der Gratis-Liga mit, wird aber (wenn überhaupt) nur unregelmäßig weiterentwickelt.
Nicht so Pearcleaner. Auf seiner GitHub-Seite zeigt sich der Entwickler alienator88 sehr aktiv. Pearcleaner lässt sich dort auch herunterladen.
Das Hauptfenster zeigt sich folgendermaßen:
und fügt sich perfekt ins neue Liquid Glass Erscheinungsbild von macOS 26 Tahoe ein.
Beim Start des Programms scannt Pearcleaner den Applications-Ordner und zeigt die Liste der Fundstücke auf der linken Seite. Der Balken rechts zeigt sehr praktisch den Füllstand der Festplatte an. Wählt man aus der Liste nun ein Programm aus, sieht man auf der rechten Seite die zugehörigen Dateien, die gefahrlos entfernt werden können. Das geschieht in der Regel recht akkurat, ohne dass man versehentlich Falsch-Positive mit in den Papierkorb befördert. Die weggeworfenen Dateien werden in einen Ordner zusammengelegt und in den Papierkorb gelegt, welchen man dann problemlos entleeren kann.
Mit den reichhaltigen Voreinstellungen kann Pearcleaner richtig glänzen. Vieles kann eingestellt werden. Unter anderem auch ein Sentinel-Monitor, der in Aktion tritt, auch wenn Pearcleaner nicht aktiv ist. Sobald ein Programm weggeworfen wird, wird Pearcleaner gestartet und sucht die Reste zusammen. Praktisch!
Damit aber noch nicht alles. Pearcleaner kann nicht nur Programme deinstallieren. Er kann auch verwaiste Dateien suchen und löschen, die aus alten Installationen noch irgendwo auf der Festplatte liegen, Homebrew-Installationen verwalten oder Updates für Apps suchen.
Ich kann nur hoffen, dass der Entwickler sich auf das Notwendigste besinnt, und das praktische Programm in kommenden Versionen nicht noch mehr aufbläht. Der aktuelle Funktionsumfang ist perfekt und ausreichend.
Pearcleaner benötigt folgende Rechte:
Vollständige Festplattenberechtigung zum Suchen nach Dateien
Berechtigter Helfer zum Ausführen von Aktionen in Systemordnern
Mit dieser Applikation, die sich in der Menüleiste des Macs einnistet, hat man die Möglichkeit, jedem Programm einzeln zuzuweisen, wie es sein Audio ausgibt. Das heißt: Spotify gibt sein Audio über die verknüpften Bluetooth-Lautsprecher aus, während Apple Music über die internen Mac-Lautsprecher tönt. Das ist ein Feature, das sich mit Bordmitteln unter macOS nicht lösen lässt.
Umso netter, dass es nun mit dieser kostenlosen Open Source-Lösung einfach machen lässt.
Entwickler Ronit Singh hat die Software mithilfe von KI entwickelt, und stellt sie auf seiner Projektseite auf GitHub unentgeltlich allen zur Verfügung, die sich an diesem Mangel von macOS ebenso stören, wie er selbst.
Wie es funktioniert? FineTune nutzt macOS Core Audio-Prozessfunktionen, um Audiostreams abzufangen und zu modifizieren, bevor sie ihre Ausgabegeräte erreichen. Dies ermöglicht eine präzise Steuerung, ohne die Quellanwendungen zu beeinträchtigen.
Die Funktionen im Einzelnen:
Lautstärkeregler pro App mit Stummschaltung
Lautstärkeregler pro Gerät mit Stummschaltung
Apps an verschiedene Ausgabegeräte weiterleiten
10-Band-Equalizer mit 20 Voreinstellungen in 5 Kategorien
Echtzeit-VU-Meter
Volumensteigerung bis zu 200%
Schneller Gerätewechsel
Klicken Sie auf das App-Symbol, um die App in den Vordergrund zu bringen
Die Einstellungen bleiben bei Neustarts bestehen
Und die Systemvoraussetzungen?
macOS 14.0 (Sonoma) oder später
Berechtigung zur Audioaufnahme (wird beim ersten Start der App abgefragt)
Der Finder auf dem Mac. Wie der Windows-Explorer das integrale Bestandteil des Betriebssystems, um mit Dateien umzugehen. Mit jeder neuen macOS-Version wird am Finder geschraubt, und ich meine behaupten zu können: Apple hat es schon ziemlich optimal gelöst, was die Bedienung umgeht und was man damit tun kann.
Das Icon von Bloom.
Aber es kann immer noch alles verbessert werden. Die Software Bloom hat sich den Finder vorgenommen und will ihn durch diverse ausgeklügelte Funktionen verbessern. Noch ist die Software in aktiver Entwicklung, aber sie bedient sich bereits sehr flüssig und bringt im täglichen Umgang mit dem Mac durchaus kleine aber feine Vorteile.
Beispielsweise kann jedes Fenster so eingestellt werden, dass sich die Spaltenbreite an den Dateinamen anpasst. Genial! Warum nicht gleich so beim Finder? Im Film wird’s gezeigt:
Jedes Fenster lässt sich zudem in Bereiche aufteilen. Tabs sind (wie beim Finder) natürlich auch möglich.
Das sind nur zwei der vielen Features, die Bloom bietet. Auf der Website gibt’s alle weiteren Features zu sehen. Bloom kann man hier herunterladen und einfach mal testen. Es kann sogar per Homebrew installiert werden. Dazu reicht (nach Installation von Homebrew) im Terminal der simple Befehl
brew --install cask Bloom
Und fertig.
Das einzige, was mich stört, ist, dass sich die Benutzeroberfläche noch nicht wirklich ins neue Erscheinungsbild von macOS 26 Tahoe integrieren will. Aber das kann in einer der nächsten Versionen sicherlich noch nachgeholt werden. Und diese Versionen erscheinen im Moment recht oft.
Du willst wissen, wie sich die Daten im Netzwerk auf deinem Mac die Daten hin- und herbewegen, willst aber nichts dafür ausgeben? Enter Firewally. Diese Software bringt genau das, sieht toll aus und ist (zumindest vorerst) kostenlos nutzbar.
Das Hauptfenster von FireWally, wo sich alles abspielt.
Firewally bekommst du gratis bei Nektony. Unter macOS Tahoe wird eine Netzwerk-Erweiterung dazwischengeschaltet, die über den gesamten Datenverkehr auf deinem Mac Buch führt. Du kannst die Vorgänge, die in den Applikationen stattfinden, filtern nach „Heute“, „letzte Stunde“ oder „Echtzeit“. Mit dem Button neben dem Namen der App kann der Datenfluss komplett unterbunden werden. Eine feine Sache!
Wie gesagt, noch kostet die Software nichts, aber das kann sich natürlich noch ändern. In diesem Fall ist das Ding auch schnell wieder deinstalliert, wie das FAQ von Firewally zeigt.
Viele Mac-Benutzer sind in der Situation, dass sie gerne das aktuellste Betriebssystem von Apple, macOS Ventura, auf ihrem Rechner installieren möchten, es aber nicht können. Apple ist hier sehr restriktiv mit seinen Systemvoraussetzungen und hat Besitzer älterer Macs abgeschnitten. Dort bietet das Software-Update das neueste System gar nicht mehr an. Was also tun?
Nun kann man Geld in die Hand nehmen und (endlich) einen neuen Mac kaufen, der die Voraussetzungen wieder erfüllt. Oder man trickst Apple aus und gaukelt vor, es würde ein neuerer unterstützer Rechner vorliegen.
Das Icon des OpenCore Legacy Patcher
Diese Übung gelingt mit der frei erhältlichen Software OpenCore Legacy Patcher auch normalen Benutzern relativ leicht. Die aktuelle Version davon lässt sich hier downloaden. Was man außerdem für den Anfang benötigt, ist ein leerer USB-Stick mit einer Größe von mindestens 16 GB. Und schon ist man „good to go“.
Die weiteren Schritte und eine detailliertere Anleitung, wie es weitergeht, ist bei mir noch in der Mache. Und im Moment auch noch zurückgestellt, denn der OCLP unterstützt das neueste Apple-System, macOS Tahoe, nicht. Offenbar ist auch nicht klar, ob das noch kommen wird, denn Apple zieht die Schrauben immer weiter an. Stay tuned!